
Zwischen den Zeilen

Zitate und Textauszüge von Anik Kina
Manche Geschichten beginnen mit einem Satz. Manche bleiben wegen eines Satzes im Kopf. Hier findest du eine Auswahl meiner Lieblingsstellen – ohne Spoiler, aber hoffentlich mit genug Neugier auf mehr.
Über das Leben
"Der Moment, in dem dir bewusst wird, dass die Grenzen deines Talents dir die Hand zur Begrüßung reichen, ist wirklich traurig."
"Man kann das Egoismus nennen. Man kann es Freiheit nennen. Von außen fühlt es sich oft gleich an."
"Ich bin frei. Und doch nicht mehr."
"Diese Unerreichbarkeit, die wie Freiheit aussieht und sich anfühlt wie Entzug."
"Das Herz ist kein braver Diener."
Liebe
"Zwischen uns fast nichts. Und viel zu viel."
"Meine Vera, dachte ich. Und hörte schon im selben Moment, wie gefährlich dieser Satz war."
"Eine Falle, dachte ich. Und gleichzeitig: Du bist schon drin."
"Ich hatte vergessen, wie es ist, zu fühlen."
"Die Welt schmeckt."
Humor
"Vielleicht verkaufe ich eine Niere. Oder gleich zwei. Dann reicht's auch noch für den Druck. Wozu brauche ich Nieren?"
"Hier leben Gerüchte länger als die Bibel und haben mehr Nachwuchs als Klara auf dem Kopf."
"Wenn Höflichkeit ein Vitamin wäre, hätte meine Freundin längst Skorbut."
"Sie wird dich fressen, sang es in mir. Aber bitte doch. Wo ist das Besteck? Noch Salz dazu?"
"Carmen. Mit Aquarium. Und Kaktus. Und der Aussicht auf Adoption. Die Welt wankt."
"Offensichtlich, Bianka, führt heute jeder Faden deines Schreibens direkt ins triste Moor der Banalitäten und abgenutzten Metaphern. Ich sollte den Laptop zumachen und mir ein neues Hobby suchen. Stricken vielleicht."
Menschen
"Also ja, ich bin schön. Nicht ich war, nicht ich werde, ich bin schön."
"Es tut weh, wenn man plötzlich nur noch ein Arrangement ist."
"Ich bin eine Gefangene."
"Heute zählt nur diese Ohrfeige, sie trifft allerdings nicht das Gesicht, sondern den Stolz."
"Du bist noch das Kind von damals."
Schreiben
"Berufung. Dieses Wort, das ich immer für hochgestochen hielt, hat sich zu einem meiner Lieblingsbegriffe gemausert."
"Das Buch existierte bereits. Die einzige Frage war: Wann wird es veröffentlicht?"
"Denn wer bin ich, wenn ich keine Schriftstellerin bin?"
